Mythen rund um das Thema „Agilität“ (Teil 1/2)

Das Thema Agilität sowie Agile Transformation ist aktuell sehr gefragt. Doch genau wegen dieser Popularität gibt es aktuell auch einige Mythen rund um das Thema. Agilität bedeutet in erster Linie Veränderung, Innovation und Weiterentwicklung für Unternehmen. Viele Unternehmen gehen den Weg der agilen Transformation, um in einer schnelllebigen Welt weiterhin wettbewerbsfähig und flexibel zu bleiben. 

In diesem Beitrag (Teil 1 von 2) werden nur einige der gängigen Vorurteile gegenüber Agilität angeschaut und versucht, diese klarzustellen, um für ein gemeinsames Verständnis zu sorgen.

1. Mythos: Agilität ist nur ein Hype

Bei der Agilität handelt es sich nicht um einen kurzfristigen Trend, sondern um die flexible und anpassbare Arbeitsweise und -kultur. Mit Hilfe von agilen Methoden bleibt die hektische Welt weiterhin flexibel für die Unternehmen. Die agilen Methoden helfen den Unternehmen, auf Unvorhersehbarkeit proaktiv reagieren zu können und weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Das wird durch die Fokussierung auf die Ziele möglich, nur so kann ein Unternehmen flexibel auf die neuen Begebenheiten auf dem Markt reagieren und somit auch dagegen steuern.

2. Mythos: Agilität ist pures Chaos

Viele lassen sich von der dezentral verteilten Verantwortung bei der Agilität abschrecken. Diese Veränderung, die eine agile Transformation mit sich bringen würde, bedeutet für hierarchisch geprägte Unternehmen Furcht vor Kontrollverlust und Verantwortungs-Chaos. Eine echte, organisationsweite Agilität verbindet Dynamik mit Stabilität. Durch die große Transparenz über die Zuständigkeiten und Befugnisse wird diesem Chaos entgegengesteuert. Die Risiken werden von den Teams selbstständig und frühzeitig erkannt und beseitigt. Die volle Wirkung der Agilität kann aber nur entfaltet werden, wenn diese Regeln auch befolgt werden. In erster Linie erfordert die Agilität einen starken Rückhalt innerhalb des Managements.

3. Mythos: Agilität ist nur etwas für die IT oder Produktentwicklung

Der Ursprung der agilen Arbeitsweise liegt tatsächlich in der Software-Entwicklung. Das heißt aber nicht, dass diese Methodik sich nur auf den IT-Bereich beschränken muss. Das Ziel der agilen Methoden ist es in erster Linie da, um Unternehmen schneller, kosteneffizienter und wettbewerbsfähiger zu machen. Agilität kann überall dort eingesetzt werden, wo es darauf ankommt, schnelle Reaktions- und Anpassungsfähigkeit sowie schnelle Entwicklungsprozesse zu haben. In solchen Fällen lohnt es sich, einen Blick auf die Agilität zu werfen. Hier aber muss genauer geschaut werden, da der Wert agiler Ansätze ist in einigen Bereichen kleiner als in anderen ist. Es handelt sich also nicht um eine „Pauschallösung“, die für jedes Unternehmen und für jeden Bereich bzw. Organisation geeignet ist.

4. Mythos: Ein Scrum Team arbeitet an mehreren Projekten

Diese Idee kann nur theoretisch so funktionieren. Wenn ein Team beispielsweise an drei Projekten/Produkten gleichzeitig arbeiten würde, dann würde zu viel Zeit verschwendet für den Switch zwischen den Projekten. Denn in jedes Thema müssen sich die Team-Mitglieder dann erneut einfinden und der Verlust der Arbeitszeit mit dem Kontextwechsel würde dann dem Unternehmen zu viel Geld kosten.

5. Mythos: Jedes Scrum Team hat einen Product Owner

Was viele verwechseln, sind die beiden Begriffe „Team Ownership“ und „Product Ownership“. Im agilen Manifest wird ein einfaches Rahmenwerk für die Produktentwicklung beschrieben. Für eine erfolgreiche Produktentwicklung sind aber 3 Faktoren entscheidend. Der erste davon ist, den Wert des zu entwickelnden Produktes zu maximieren. Dieser entsteht aber erst durch die Arbeit der Team-Mitglieder an diesem Produkt. Damit der Wert des Produktes optimiert werden kann, müssen Entscheidungen getroffen werden. Dafür wird ein eindeutiger Ansprechpartner benötigt. Genau diese Aufgabe wird von einer Person übernommen – dem Product Owner. Dieser hat dann die Verantwortung für das Produkt in der Zukunft und dabei ist die Anzahl der Teams und der Team-Mitglieder irrelevant.

6. Mythos: Wenn ein Team nicht schnell genug liefert, dann werden weitere Teams hinzugezogen

Hin und wieder kann es dazu kommen, dass ein agiles Team nicht rechtzeitig die geplanten Inkremente ausliefern kann. Dann könnte man meinen, dass mit mehr Leuten, die kurzfristig für die Hilfe einspringen, die Arbeit doch noch rechtzeitig fertig wird. Die Realität sieht aber anders aus – es würde mehr Zeit kosten, um die hinzugezogenen Kollegen auf den aktuellen Stand zu bringen, statt weiterhin an den eigenen Aufgaben zu arbeiten.

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Palina Vorobeva

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