LeSS – Large Scale Srum

Das agile Framework „LeSS“ (Large Scale Scrum) ist eine Weiterentwicklung von Scrum und wird verwendet, um Organisations- und Prozessstrukturen in Unternehmen zu beschreiben. LeSS ist ein Ansatz, der die Prinzipien und Elemente von Scrum in einer skalierten Umgebung anwendet. Für die Umsetzung von Projekten gibt es leichte organisatorische Änderungen zum ursprünglichen Scrum, indem funktionsübergreifende Teams gebildet werden und traditionelle Rollen (z.B. Projektmanager, Teamleiter) wegfallen. LeSS verwendet auch Praktiken und Prinzipien aus anderen agilen Methoden.

Rollen und Artefakte

LeSS besteht im Wesentlichen aus zwei aufeinander aufbauenden Prozessmodellen. LeSS beschreibt als kleinere Variante ein Vorgehensmodell für Teams von zwei bis acht Personen. Die größere Variante, LeSS Huge stellt hingegen Prozessmodelle für mehr als 8 Teams dar. Wie bei Scrum werden die drei Rollen Product Owner, Scrum Master und Entwicklungsteam definiert. Für das gesamte Projekt gibt es nur einen Product Owner, der für das Produkt verantwortlich ist und das Product Backlog organisiert. In LeSS betreut der Scrum Master ein bis drei Teams. Den Product Owner gibt es nur einmal, teamübergreifend, während es Scrum Master unter Umständen auf der Team-Ebene mehrfach gibt. Die drei agilen Artefakte Product Backlog, Sprint Backlog und Product Increment unterscheiden sich nicht von Scrum. Jedes Team hat sein eigenes Sprint Backlog, um Aufgaben innerhalb eines Sprints zu bearbeiten.

LeSS-Framework

Im Sprint-Planning 1 treffen sich alle Teams oder Teamvertreter mit dem Product Owner. Er zeigt die wichtigsten Items im Product Backlog, dann ordnen die Team-Vertreter diese einander zu und besprechen, was im nächsten Sprint zwischen den verschiedenen Teams abgestimmt werden muss. Die Stellvertreter gehen dann zurück zu ihren Teams und starten dort Sprint-Planning 2. Da plant das Team die Details des aktuellen Sprints und stimmt sich mit anderen Teams ab, die Abhängigkeiten in diesem Sprint haben. Das Daily Scrum findet auf Team-Ebene statt. Entsprechende teamübergreifende Meetings sind nicht verpflichtend, werden aber nach Bedarf abgehalten.

Zusätzlich wird für alle Teams das Product Backlog Refinement eingeführt, das bereits in der täglichen Scrum-Praxis (auf der Ebene der einzelnen Teams) existiert, aber im Scrum Guide nicht explizit spezifiziert wird. Hier werden die Product-Backlog-Einträge verfeinert, um das Backlog für einen anstehenden Sprint vorzubereiten, z.B. kann eine große Story (Epics) in kleinere User Stories heruntergebrochen und einzelnen Stories Akzeptanzkriterien und Aufwandsschätzungen beigefügt werden. Laut LeSS sollte die Verfeinerung des Product Backlogs auf der Ebene der einzelnen Teams („Single-Team PBR“) und aller Teams („Multi-Team PBR“) erfolgen.

Für Sprint Reviews treffen sich alle Teams mit dem Product Owner und ggf. mit einigen Stakeholdern. Da es sich um ein integriertes Produkt handelt, ist es sinnlos, Reviews auf Team-Ebene durchzuführen. Bei Retrospektiven hingegen setzt LeSS auf eine Dichotomie: Zunächst führt jedes Team eine Retrospektive durch, dann eine sogenannte „Overall Retrospective“, bei der sich Teamvertreter, Scrum Master, Manager und Product Owner treffen, um gemeinsam erarbeitete Verbesserungen über die Teams hinweg zu diskutieren. Am Ende jedes Sprints haben die Teams gemeinsam ein potenziell lieferbares Produktinkrement erstellt.

Vorteile von LeSS

LeSS ermöglicht eine transparente Zusammenarbeit basierend auf direkter Kommunikation. Alle Beteiligten wissen um den Status quo der Produktentwicklung und streben nach ihrer Perfektionierung. Dabei ist LeSS sehr systematisch und unkompliziert. Die Teams stehen im Zentrum der Projektorganisation und sind dabei cross-funktional und selbstorganisiert. LeSS setzt dabei auf einen durchgehenden Lernprozess und kurze Feedbackschleifen.

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Palina Vorobeva

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