SAP Materialflusssteuerung (MFS) – Potenziale für die automatisierte Lagerverwaltung

Die Materialflusssteuerung (MFS) hat die Aufgabe, alle Informationen und Warenflüsse in der Produktion, im Lager und Versand zu synchronisieren. Ihr wichtigstes Ziel besteht darin, die innerbetrieblichen Prozesse so zu planen und zu steuern, dass die erforderlichen Lager- und Produktionsmittel zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der benötigten Menge und Qualität verfügbar sind. Die Materialflusssteuerung ist somit heute essenziell für den effizienten, einwandfreien Betrieb von Anlagen in der Produktionsversorgung und von Warenlagern.

Aufträge und andere für die Planung und Steuerung erforderlichen Daten können aus dem ERP-, Lagerverwaltungs-, Warenwirtschafts- oder WMS-System in die Materialflusssteuerung fließen. Das übergeordnete Ziel der Materialflusssteuerung ist daher die Optimierung der Intra- und Produktionslogistik.

Inhalt

        1. Operative Aufgaben der Materialflusssteuerung
        2. Materialflusssteuerung und SAP EWM
        3. Vorteile der SAP Materialflusssteuerung

Operative Aufgaben der Materialflusssteuerung

Auf operativer Ebene sorgt die Materialflussplanung vordergründig für ein optimales Routing und eine angemessene Auslastung der Strecken in der Produktion. Die Warenflüsse werden vom Wareneingang über die Lagerhaltung, Produktion, Kommissionierung bis zum Versand gelenkt. Wichtige Aufgaben bestehen auch darin, die Durchsatzleistung in der Produktion konstant zu halten und Blockaden zu vermeiden sowie eine wirksame Grundlage für die Priorisierung der Aufträge zu schaffen.

Gerade bei Auftragsspitzen fallen die Vorteile einer guten Materialflusssteuerung vermehrt ins Gewicht. Hier kommt es insbesondere auf eine optimale Koordination an, die dafür sorgt, dass Waren auf kürzestem und schnellstem Weg zum Ziel gelangen. Des Weiteren besteht die Aufgabe darin, frei werdende Ressourcen zeitnah wieder zu belegen. Beispielsweise den Nachschub zur Kommissionierung optimal zu organisieren.

Materialflusssteuerung und SAP EWM

In SAP ist die Materialflusssteuerung ein Teil von SAP EWM und daher bestens in das ERP-System S/4HANA integriert. Mit EWM sind auch fortgeschrittene Lager- und Logistik-Szenarien zuverlässig realisierbar. Dazu gehören das Multi-Order-Picking und Value Added Services, wie beispielsweise die Konfektionierung oder das Retourenmanagement. Auch solche komplexe Abläufe wie mehrstufige Ein- und Auslagerungsprozesse werden von der SAP Materialflussplanung unterstützt. Fernerhin wird durch die SAP Materialflusssteuerung sowohl das Push-Prinzip unterstützt, das sich an Plan- und Absatzdaten ausrichtet als auch das Pull-Prinzip, das nachfrageorientiert ist. Des Weiteren können teil- oder vollautomatische Lager unmittelbar an SAP angebunden werden. Daher ist keine externe Software wie zum Beispiel ein Materialflussrechner erforderlich. Jede Steuerung wird als SAP-Objekt geführt und kann direkt mit EWM kommunizieren.

Der Artikeltransport im Lager wird per SPS mithilfe von Telegrammen gesteuert. Dies schließt die Bearbeitung und Beförderung von Handling Units ein sowie die Reihenfolge der Abläufe. Diese wird durch die SPS-Steuerung optimal bestimmt und gelenkt. Dabei werden Signale von Aktoren und Sensoren ausgewertet, die an Maschinen und Förderanlagen oder an sie unterstützenden Vorrichtungen angebracht sind. Die Kommunikation zwischen EWM MFS und den SPS-Steuerungen sowie deren Verfolgung, Auswertung und Steuerung erfolgt in EWM mithilfe des Lagerverwaltungsmonitors.

SAP MFS lässt sich auch mit mehreren SPS Steuerungen verbinden. Das eignet sich gut für den Betrieb automatisierter Hochregallager oder automatischer Kleinteilelager. Vollautomatisierte Shuttle-Fahrzeuge sowie Förder- und Kommissioniersysteme können so direkt angesteuert werden. Des Weiteren können Kapazitätsgrenzen oder Ober- und Untergrenzen in der SPS-Steuerung eingestellt werden. Sollte ein Wert unter- oder überschritten werden, werden Aufgaben bei Bedarf unterbrochen oder zurückgehalten. Daten von Aktoren und Sensoren sorgen auch für eine detailreiche Anzeige von Ereignissen in der Produktion und im Lager.

Auch eine Überwachung des technischen Zustandes der Anlagen wird durch SAP MFS gewährleistet. Aktuelle und sich anbahnende Schwachstellen und Störungen werden so erkannt und angezeigt. Und bei Bedarf lassen sich weitere automatische Maßnahmen ergreifen. Somit kann die technische und operative Leitung im Betrieb durch stets aktuelle Daten und den Informationsfluss rechtzeitig reagieren und Gegenmaßnahmen einleiten.

Vorteile der SAP Materialflusssteuerung

Zu den bereits angerissenen Vorteilen der SAP Materialflusssteuerung kommen weitere hinzu:

  • Es können dadurch generell Kosten im Lager und in der Produktion gesenkt werden.
  • Die Kapitalbindung wird durch unnötig hohe Bestände reduziert.
  • Eine MFS-Implementierung führt dazu, dass viele Tätigkeiten entfallen und Mitarbeiter in der Produktion und im Lager mit anderen Aufgaben betraut werden können.
  • Die Effizienz und Effektivität der Produktionsanlagen steigt. Mit SAP MFS können Aufträge und andere Informationen in Echtzeit an die SPS-Steuerungen übermittelt werden. Das sorgt für eine zeitnahe Weitergabe von Daten und Informationen an Shuttle-Fahrzeuge, automatische Kleinteilelager, Pick & Pack-Systeme und andere softwaregesteuerte Lösungen in der Produktion und im Lager. Eine schnellere und flexiblere Reaktion auf Änderungswünsche und Auslastungsschwankungen wird so ebenfalls möglich.
  • Die Warenauslieferung wird schneller, effizienter und mit weniger Fehlern verbunden. Das wiederum ist ein wichtiger Faktor, um eine hohe Kundenzufriedenheit und -loyalität sicherzustellen.
  • SAP MFS bietet eine optimale Abdeckung der erforderlichen Funktionalität, selbst dann, wenn die Anforderungen im Betrieb über dem Durchschnitt liegen. Es lassen sich auch komplizierte Lagerstrukturen und Layouts, die Förder- und Produktionstechnik miteinbeziehen, adäquat abbilden. Das schließt Strategien für eine Umleitung des Materialflusses im Falle von Ausfällen ein.
  • Beim Einsatz von SAP MFS keine externe Software mehr erforderlich ist, wird die Anzahl der Schnittstellen reduziert und ein höherer Standardisierungsgrad erreicht. Dies wiederum resultiert in einer zuverlässigeren Funktionsweise, die in einer höheren Planungs- und Investitionssicherheit mündet und Produktionsrisiken reduziert.

Vorteile von SAP Materialflusssteuerung - Rewion

 

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Cedric King
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