In Teil 1 und Teil 2 unserer Blogreihe haben wir gesehen, wie extrahierte Dokumentendaten entweder direkt in einer Benutzeroberfläche validiert oder per Integration Suite vollautomatisch im Hintergrund verbucht werden. Es gibt jedoch Geschäftsprozesse, die sich nicht rein linear oder starr automatisieren lassen. Häufig verlangen Compliance-Richtlinien dynamische Genehmigungsschritte, die von den extrahierten Dateninhalten abhängen.
In diesem dritten und letzten Teil zeigen wir Ihnen, wie die prozessgetriebene Integration mit SAP Build Process Automation (SBPA) funktioniert. Wir orchestrieren den gesamten Lebenszyklus eines Dokuments – von der KI-Extraktion bis hin zur flexiblen Freigabe-Logik im Unternehmen.
In unserem Szenario betrachten wir die Verarbeitung von Reisekostenabrechnungen oder projektbezogenen Spesenbelegen. Mitarbeiter laden ihre Belege digital hoch. Die manuelle Prüfung jedes einzelnen Belegs durch das Management blockiert jedoch wertvolle Ressourcen.
Das Ziel unseres Szenarios:
Dieses Muster nutzt die Low-Code/No-Code-Plattform SAP Build Process Automation als zentralen Workflow-Orchestrierer. SBPA verbindet dabei die KI-Fähigkeiten nativ mit der Prozesslogik.

Prozess-Trigger: Ein Start-Formular (UI) in SAP Build, eine eingehende E-Mail oder ein API-Callback.
SAP Build Process Automation (Prozessfluss): Steuert die Abfolge der Schritte.
SAP Document AI (als Prozess-Schritt): Extrahiert die Daten aus dem hochgeladenen Dokument.
Decision Engine (Geschäftsregeln): Evaluiert den Betrag und steuert die Verzweigung des Pfads.
Approval Form (User Task): Die Inbox für den Vorgesetzten im Falle einer Schwellenwert-Überschreitung.
SAP S/4HANA (via Actions): Die finale Verbuchung des Belegs im ERP-Kern.
Der große Vorteil dieses Musters liegt in der visuellen Modellierung des gesamten Prozesses innerhalb der SAP Build-Entwicklungsumgebung.
Der Prozess kann über verschiedene Kanäle initiiert werden. Ein eleganter Weg ist ein in SBPA integriertes Start-Formular, über welches der Nutzer die PDF-Datei hochlädt. Im Prozessfluss wird als direkt nachgelagerter Schritt die SAP Document AI aufgerufen. Innerhalb von SAP Build lässt sich die Extraktions-Schnittstelle komfortabel als nativer Prozessschritt einbinden, ohne dass tiefe Coding-Kenntnisse im Backend erforderlich sind.
Nachdem die Document AI die strukturierten Daten (z. B. grossAmount und currency) zurückgeliefert hat, nutzen wir eine Condition oder eine Decision Table in SBPA:
Bedingung: grossAmount > 100 ODER currency != 'EUR'
Pfad A (Ja): Der Prozess zweigt ab zu einem User Task (Genehmigungsformular). Der Abteilungsleiter sieht die extrahierten Daten und kann per Klick „Genehmigen“ oder „Ablehnen“.
Pfad B (Nein): Der Beleg überspringt die menschliche Instanz und geht direkt in die Verbuchung.
Die finale Verbuchung in SAP S/4HANA erfolgt nicht über klassischen Integrationscode, sondern über sogenannte Actions. Hierzu importieren wir die standardisierten Spezifikationen (wie z. B. das Billing Document oder entsprechende Finanzbuchungs-APIs) direkt aus dem SAP Business Accelerator Hub in unser SAP Build-Projekt.
SBPA generiert daraus wiederverwendbare Bausteine. Wir mappen einfach die Datenfelder aus dem Document-AI-Schritt (bzw. dem Genehmigungsformular) per Drag-and-Drop auf die Eingabeparameter der S/4HANA-Action.
Um diesen prozessgetriebenen Ansatz umzusetzen, müssen folgende Komponenten in der BTP bereitstehen:
SAP Build Process Automation: Ein aktivierter Subaccount mit der SBPA-Anwendungsoberfläche und zugewiesenen Entwickler-Rollen (ProcessAutomationAdmin etc.).
Destinations & Actions: Im BTP-Subaccount müssen die Destinationen zu SAP S/4HANA und zur SAP Document AI sauber gepflegt sein. Im SAP Build Lobby-Projekt müssen die entsprechenden Actions eingerichtet sein.
Prozess-Modellierung: Anlage eines neuen Business Processes, Definition der Datenstrukturen für die Formulare und Aktivierung des Projekts zur Bereitstellung in der Task-Inbox der Nutzer.
Wählen Sie dieses Integrationsmuster immer dann, wenn Sie eine flexible, konfigurierbare und audit-sichere Prozesslogik benötigen. Es schließt perfekt die Lücke zwischen reiner Benutzeroberfläche (Teil 1) und starrer Dunkelverarbeitung (Teil 2).
Wir von Rewion unterstützen Sie umfassend bei der Implementierung von SAP Build Process Automation auf der SAP Business Technology Platform. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch, um Ihre Prozesse agil, transparent und zukunftssicher aufzustellen. Zusätzliche Fachartikel zu Erweiterungsstrategien und SAP BTP Governance finden Sie direkt auf unserem Blog.
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