KI Readiness: Ist mein Krankenhaus bereit für KI?.

Krankenhäuser stehen aktuell vor einer ähnlichen Situation: Es gibt erste Ideen für KI‑Anwendungen teilweise auch schon den ersten PoC. Was dabei oft schwer einzuschätzen ist: Wie gut passt das eigentlich zur eigenen Ausgangssituation?

 

Denn genau hier entscheidet sich, ob ein Thema gut umgesetzt werden kann oder ob zunächst grundlegende Voraussetzungen zur KI Readiness fehlen.

Worum es hier wirklich geht

Bevor konkrete Anwendungsfälle ausgewählt oder priorisiert werden, geht es darum, die eigene KI Readiness bzw. eigene Voraussetzungen systematisch zu betrachten. Nicht abstrakt, sondern ganz konkret entlang mehrerer Dimensionen:

  • Daten
  • technische Integration
  • organisatorische Strukturen
  • Anforderungen aus Datenschutz und Informationssicherheit

Ziel ist es, ein realistisches Bild zu bekommen: Was ist heute bereits möglich und wo besteht noch Handlungsbedarf?

Voraussetzungen bedeutet mehr als nur Datenverfügbarkeit.

Die eigene Readiness entscheidet nicht nur darüber, ob ein Krankenhaus grundsätzlich mit KI arbeiten kann, sondern auch darüber, wie schnell sich bestimmte Themen realisieren lassen.

Woran sich die eigene Readiness einschätzen lässt

Einige Fragen können Orientierung geben, beispielsweise:

Ist absehbar, wie sich eine Lösung in die bestehende Systemlandschaft integrieren lässt?
Gibt es eine klare Vorstellung davon, wer fachlich und technisch Verantwortung übernimmt?
Ist geklärt, wie mit Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen umgegangen wird

Typische Hinweise auf fehlende Voraussetzungen

Daten sind vorhanden, aber schwer nutzbar

Relevante Informationen liegen grundsätzlich vor, sind aber:

  • nicht vollständig
  • nicht strukturiert
  • oder nur schwer zusammenzuführen

Integration ist nicht klar

Viele Anwendungen müssen in bestehende Systeme eingebunden werden. Offen bleibt dabei oft:

  • ob geeignete Schnittstellen vorhanden sind
  • wie sich eine Lösung in bestehende Prozesse einfügt
  • wer Betrieb und Wartung übernimmt

Verantwortlichkeiten sind nicht eindeutig

KI‑Initiativen betreffen mehrere Bereiche gleichzeitig. Wenn hier keine klare Zuordnung besteht, entstehen im Projektverlauf zusätzliche Abstimmungen.

Umgang mit Risiken ist uneinheitlich

Gerade im Krankenhauskontext ist der Umgang mit Risiken entscheidend. Typische Situationen:

  • unterschiedliche Einschätzungen zwischen Bereichen
  • Unsicherheit bei Freigaben
  • fehlende Differenzierung zwischen weniger kritischen und sensiblen Anwendungsfällen

Erst im Zusammenspiel dieser Faktoren entsteht ein realistisches Bild der eigenen Ausgangssituation.

Was das für die Auswahl von Use Cases bedeutet

Die Einordnung der eigenen Voraussetzungen hat direkten Einfluss darauf, welche Anwendungsfälle sinnvoll angegangen werden sollten. Ein wichtiger Punkt dabei: Nicht jeder Use Case ist gleich gut geeignet. Zumindest nicht zum gleichen Zeitpunkt. Einige Anwendungsfälle lassen sich vergleichsweise schnell umsetzen, weil die Voraussetzungen bereits weitgehend gegeben sind.
Andere sind fachlich sinnvoll, erfordern aber zunächst zusätzlichen Aufwand, etwa bei Daten, Integration oder Organisation. Diese Unterschiede entscheiden nicht darüber, ob ein Use Case grundsätzlich sinnvoll ist. Sie entscheiden darüber, wie aufwändig seine Umsetzung wird und wann er folglich angegangen werden sollte.

Wo sich konkreter Handlungsbedarf zeigt

Die Betrachtung der eigenen Voraussetzungen zeigt gleichzeitig, wo gezielt aufgebaut werden kann. Typische Ansatzpunkte sind:

  • Daten besser strukturieren oder zugänglich machen
  • technische Schnittstellen schaffen
  • Verantwortlichkeiten klar definieren
  • den Umgang mit Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen vereinheitlichen

Einordnung in den Gesamtprozess

Die Analyse der eigenen Voraussetzungen ist ein eigenständiger Schritt im Gesamtprozess der KI‑Einführung. Im 5‑Phasen‑Leitfaden zur KI‑Implementierung im Krankenhaus entspricht sie der zweiten Phase. Genau in dieser Phase wird geprüft, welche Voraussetzungen im eigenen Haus vorhanden sind bevor im nächsten Schritt konkrete Use Cases ausgewählt und priorisiert werden können.

Was der Ausgangszustand für die nächsten Schritte bedeutet

Die Frage, ob ein Krankenhaus bereit für KI ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wichtiger ist die Einordnung: Wo stehen wir aktuell und was bedeutet das konkret für die nächsten Schritte? Die eigenen Voraussetzungen entscheiden nicht nur darüber, welche Anwendungsfälle sinnvoll sind, sondern vor allem darüber, wann und mit welchem Aufwand sie umgesetzt werden können. Wer diese Zusammenhänge früh berücksichtigt, kann gezielter vorgehen: passende Use Cases auswählen, realistische Prioritäten setzen und gleichzeitig gezielt Voraussetzungen für komplexere Anwendungen aufbauen.

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Cristina Baumann

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