Mit EnterpriseClaw bringt Automation Anywhere KI-Agenten unter Unternehmenskontrolle. KI-Agenten sind kein Zukunftsthema mehr — viele Unternehmen erproben sie bereits in ersten Prozessen. Die eigentliche Herausforderung ist nicht die Technologie, sondern die Kontrolle: Wer hat Zugriff? Was dürfen Agenten tun? Wie lässt sich nachvollziehen, was ein Agent in einem Produktivsystem verändert hat? An dieser Stelle setzt EnterpriseClaw an, das Automation Anywhere am 19. Mai 2026 gemeinsam mit Cisco, NVIDIA, Okta und OpenAI vorgestellt hat.
Viele aktuelle KI-Agenten-Lösungen basieren auf einem einzelnen Sprachmodell, das Anfragen beantwortet oder einfache Aufgaben ausführt. Im Unternehmenseinsatz reicht das nicht. Agenten müssen in Live-Anwendungen arbeiten, mit Terminals und Browsern interagieren und Ergebnisse über mehrere Systeme hinweg zusammenführen, ohne den Kontext zu verlieren.
Automation Anywhere bezeichnet diesen Ansatz als „Claw-style“-Agenten: Agenten, die direkt in laufende Anwendungen eingreifen, statt nur über APIs zu kommunizieren. Das ermöglicht Prozesse, die klassische Automatisierung nicht abbilden kann, aber es erhöht gleichzeitig die Anforderungen an Sicherheit und Governance erheblich.
Die technische Grundlage von EnterpriseClaw besteht aus zwei Komponenten:
EnterpriseClaw ermöglicht den Betrieb autonomer KI-Agenten über verschiedene Infrastrukturen hinweg: in der Cloud, auf Desktop-Systemen, in gesicherten Unternehmensnetzwerken und on-premises. Unternehmen können dabei eigene Agenten — ob intern entwickelt oder aus externen Frameworks bezogen — parallel zu bestehenden Automatisierungen einbinden.
Die Plattform bietet zentrale Sicht auf alle Agenten-Aktivitäten:
Das ist eine Grundvoraussetzung für den produktiven Einsatz. Ein Agent, der ohne Protokoll in einem ERP-System oder einer Kundendatenbank arbeitet, ist aus Compliance-Sicht ein Risiko — unabhängig davon, wie gut er die eigentliche Aufgabe erfüllt.
Was EnterpriseClaw von anderen Agenten-Lösungen unterscheidet, ist das Partnerschaftsmodell. Automation Anywhere hat vier spezialisierte Anbieter eingebunden, die jeweils eine konkrete Lücke schließen:
Jeder dieser Beiträge adressiert eine reale Schwachstelle im Enterprise-Agenten-Einsatz. Zusammen bilden sie eine Plattform, die sowohl leistungsfähig als auch betrieblich verantwortbar ist.
EnterpriseClaw ist noch in der Preview-Phase. Die allgemeine Verfügbarkeit ist vor Ende 2026 geplant. Dennoch lohnt es sich, die strategische Richtung jetzt zu bewerten.
Für Unternehmen, die bereits Automation Anywhere einsetzen, wird der Einstieg in agentenbasierte Automatisierung deutlich niedrigschwelliger. Bestehende Automatisierungen bleiben erhalten, Agenten werden ergänzt, nicht ersetzt.
Für Unternehmen mit strengen Datenschutz- oder Compliance-Anforderungen ist die On-Premises-Option durch NVIDIA OpenShell ein zentrales Argument. Wer Sprachmodelle aus regulatorischen Gründen nicht in der Cloud betreiben kann, bekommt hier einen konkreten Lösungsweg.
Drei Fragen, die sich IT-Verantwortliche jetzt stellen sollten:
EnterpriseClaw zeigt, dass der Markt für KI-Agenten nicht mehr primär über Leistungsfähigkeit differenziert, sondern über Kontrollierbarkeit. Automation Anywhere setzt damit einen Standard, den andere Anbieter in den nächsten Monaten ebenfalls adressieren müssen. Für Unternehmen bedeutet das: Wer KI-Agenten ernsthaft einsetzen will, braucht keine Experimentierumgebung, sondern eine Governance-Strategie. Die Fragen nach Zugriffsrechten, Nachvollziehbarkeit und Datensouveränität sollten vor dem ersten produktiven Agenten-Einsatz beantwortet sein, nicht danach.
Die offizielle Ankündigung von Automation Anywhere findet sich im Automation Anywhere Press Room (Mitteilung vom 19. Mai 2026).
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