Agile Transformation oder doch klassisches Change Management?

Seit einigen Jahren ist die Agilität sehr hoch angepriesen – egal ob in Workshops, Büchern oder Vorträgen. Zeitgleich werden immer noch Führungskräfte im Bereich Change-Management weitergebildet. Agiles Management und Change-Management tauchen sehr oft auch in der Management-Literatur auf und prägen beide die Unternehmen. Was ist aber der Unterschied zwischen den beiden Ansätzen? Gehört Change-Management mittlerweile in die Geschichtsbücher? Ist Agiles Management einfach nur ein Hype?

Ist eine Transformation überhaupt nötig?

Die entscheidende Eigenschaft eines jeden gesunden Unternehmens ist die Veränderungsbereitschaft sowie die daraus resultierende Veränderungsfähigkeit. Aktuell befinden wir uns in einer VUCA-Welt, die von Umweltveränderungen geprägt ist, die teilweise volatil und undurchsichtig sind. Die Herausforderung ist, sich ständig an einen sich rasch verändernden Markt anzupassen oder der Markt verschlingt einen. Die zentrale Frage dabei ist, wann und wie diese Veränderung und die Transformation stattfinden soll.

Agile Transformation oder klassisches Change-Management?

Im klassischen Change-Management, wie der Name bereits verrät, ist die Veränderung das Ziel. Allerdings ist diese Veränderung in dem Umgebungskontext eingebettet, in dem die Stabilität und Planbarkeit die übergeordneten Parameter sind. Sobald Veränderungen als notwendig erkannt werden, dann sollen diese so schnell wie möglich durchgeführt werden. Es sieht dann so aus, dass man einen noch stabilen Ausgangszustand hat und einen gewünschten stabileren Zielzustand anstrebt. Genau das hat das klassische Change-Management zur Aufgabe – diese Veränderungsphase zwischen den beiden Zuständen so kurz wie möglich zu halten.

Bei der Agilen Transformation hingegen ist die dauerhafte Stabilität nicht vorgesehen. Diese basiert auf dem Zustand des permanenten Überprüfens, Experimentierens und Ausprobierens, so zu sagen im permanenten Beta-Zustand. Bei einer Agilen Transformation folgt auf einen stabilen Ausgangszustand ein permanenter Anpassungs- bzw. Änderungsprozess und wird zur neuen Normalität. Dabei geht es nicht nur um Veränderungen mit definiertem Start- und Zielzustand, mit einem definierten Projektplan und allen nötigen Maßnahmen, sondern um das neue Bewusstsein der Notwendigkeit und Normalität einer stetigen Weiterentwicklung der Organisation. Es ändert sich das Verständnis für die Veränderungen – weg von Projektvorhaben hin zur Transformation als andauernden Prozess, der die kulturellen Rahmenbedingungen einer Organisation agiler und somit flexibler macht.

 

 

Immer noch verläuft klassisches Change-Management häufig streng hierarchisch, also Top-Down. Dabei schließt das höhere Management sich selbst von diesem Change aus. Damit können Widerstände entstehen, da dieser Wandel oft vom Management und den engagierten externen Beratern oder gar Organisationen den Mitarbeitern „aufgezwungen“ wird. Bei Agiler Transformation hingegen ist es erforderlich, dass sich das höhere Management selbst an die Spitze des Wandels stellt. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass sie nicht mehr hierarchisch kontrollieren können, sondern vielmehr strategisch balancieren müssen. Für die Initiierung und die Gestaltung der anstehenden Veränderungen werden die persönlichen Erfahrungen der eigenen Mitarbeiter und unternehmensinterne Wissen zur zentralen Ressource. Erst durch dieses erweiterte Verständnis von dem Change kann das Management dem Prozess der Veränderung die nötige Glaubwürdigkeit erteilen. Dann lassen sich die kollektiven Kräfte der gesamten Organisation richtig entfachen, die in der turbulenten VUCA-Welt die Unternehmen (weiterhin) konkurrenzfähig machen.

Fazit

Die Fähigkeit der Veränderungen bei Organisationen nimmt in einer digitalisierten Welt deutlich zu und bietet somit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Entscheidend dabei ist, wie die Unternehmen hierbei agieren, ob sie sich an die Kundenanforderungen anpassen oder Innovationen vorantreiben. Oft reicht das klassische Change Management nicht aus, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Genau an dieser Stelle kommt dann die Agile Transformation ins Spiel  – Unternehmen können so ihre Strategie und dessen Umsetzung fortlaufend anpassen und sogar optimieren.

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Palina Vorobeva

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